Zugegebenermaßen: Irgendwann wirds nervig. Wohin man schaut, man sieht nur noch Auris. Da verkommt das anfängliche Aha-Erlebnis unter dem Motto "Augen auf" nach ein paar Tagen Schaltung schon fast zu einem "Ach so, hier also auch Auris". Beziehungsweise, noch ein paar Tage später zum: "Was denn, immer noch Auris?".
Das geht jedenfalls den Großstädtern mit kritischer Großflächen-Dichte so. Man beginnt sich instinktiv zu fragen, wie viele Autos man eigentlich verkaufen muss, um allein die Schaltkosten wieder reinzubekommen. 200.000 Plakatstellen bundesweit; 27 Werbemotive; Verlosungen und Spots im TV wir erleben ein crossmediales Markenspektakel.
Dennoch und trotz aller Gigantomanie: Die Plakate sind jedenfalls gelungen. Die Farbgebung auffällig aber nicht aufdringlich, gewissermaßen sogar witzig. Ein Untergrund irgendwo zwischen Wüstensand und Wohnzimmerteppich, internationale Gesichter. Und vor allem Motive, die gemeinsam eine Geschichte erzählen etwa im Zusammenspiel zweier nebeneinander liegenden Großflächen. Ganz großes Daumenkino im XXL-Format. Chapeau!
Schön: Tiere dürfen auch wieder mitmachen und sind ebenfalls ganz Auge. Wie seinerzeit schon beim Klassiker: "Nichts ist unmöglich." Zwar wird das "Augen auf
" niemals dessen Popularität erreichen. Aber das will es ja gar nicht. Ist ja Produktwerbung und nicht primär fürs Image. Für Bekanntheit dürfte nach Ende der Schaltung jedenfalls reichlich gesorgt sein.
Ergo: Da Toyota sowieso schon der Benchmark in Sachen Qualität und Preis/Leistung ist, wird es in der Golfklasse ab März so richtig eng. Fragt sich, wie VW dem auch werbemäßig begegnen wird. War doch die letzte Großflächenkampagne eher ehrfürchtig und harmoniebetont. Man feierte den XY-millionsten Golf. Ganz in der Tradition von "Persil bleibt Persil" und "Jeder war der beste seiner Zeit". Oder so ähnlich.
Bloß: Das wird in Zukunft nicht mehr reichen. Soviel darf gemutmaßt werden.
Florian Ries
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