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Dienstag, 7. Februar 2012

Das Gute im Menschen... - von Florian Ries

Es geht auf Weihnachten. Und die Zeichen stehen auf Weltuntergang. Zwar greift die Wirtschaft langsam wieder, aber weil wir alle nur kurzfristige Ziele wie das jährliche BIP vor Augen habe, die nächste Gehaltsabrechnung oder die Arbeitslosenquote vom Oktober, sind wir unfähig, die selbst auferlegten Klimaziele einzuhalten. Wenn wir das überhaupt wollen...

Kaum wegzudiskutieren ist jedenfalls, dass sich die Welt in den kommenden Jahrzehnten mehr verändern wird, als uns lieb sein darf. Und jetzt werden Sie sich fragen: Wohin soll diese Kolumne eigentlich führen? Zum alten Greenpeace-Spruch "Erst wenn der letzte Wald gerodet ist? Könnte, würde ja aber nix nutzen, weil Argumente kennen wir doch reichlich.
Wenden wir uns also alle unserem Generalthema zu: Werbung und PR. Denn während draußen der Abstieg der Zivilisation verkündet wird, wird es in der warmen Stube heimelig und man wüsste gerne, dass man ja schon das ein oder andere richtig macht, selbst wenn man ausgiebigst und ausgabenreich dem Konsum frönt.
Da kommen einem Anzeigenkampagnen von Edelmarken wie Montblanc oder Rolex gerade richtig. Corporate Citizenship wiederentdeckt, sozusagen. Nick Cage engagiert sich für Hilfsprojekte. Das ist nett. Wir können das auch, und die Werbung sagt uns gleich, wie: Indem wir eine Uhr für einen Preis kaufen, für den man bei Hilfsorganisationen ganze fünf Jahre lang eine Patenschaft für ein Kind eingehen kann. Ob man das Geld nicht doch besser in die Patenschaft steckt?
Rolex macht das subtiler. Da werden herausragende Persönlichkeiten gezeigt, die sich für die Erhaltung der Umwelt engagieren – das ist würdig, edel und recht. Aber auch nicht viel mehr, als das Trostpflästerchen zur Gewissensberuhigung, während Regenwälder gerodet werden.
Überhaupt finde ich, "Charity" eignet sich nicht mehr für die Werbung – jedenfalls nicht im Luxussegment. Denn da ist die Diskrepanz zwischen den Kosten des Produktes und dem Nutzen für andere einfach zu groß. Schöne Sprüche und ästhetische Fotos hin oder her – glaubwürdig ist das nicht. "Tue Gutes und rede darüber" ist zwar nach wie vor eine gute Maxime für die PR, aber – bitte – man sollte es auch nicht zu sehr übertreiben. Denke ich. Basta.

Florian Ries

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