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Donnerstag, 9. September 2010

Bauchbinde mal anders …

von Florian Ries

Sind Sie nicht auch auf der Suche nach der Idee, die Sie im Handumdrehen zu einem reichen Mann oder einer reichen Frau macht? Dann hätte ich was für Sie: den Werbeblocker.

Nein, nicht fürs Internet. Für den ganz normalen Fernseher. Jetzt denken Sie vermutlich an teure Festplattenrekorder und ähnliches, aber so viel Geld muss man ja eigentlich gar nicht ausgeben. Zumal manche Sender inzwischen die schönen, schwarzen Panorama-Format-Streifen oben und unten am Bildrand doch etwas zu exzessiv zur Werbeeinblendung mitten im Film nutzen, wie ich finde. Und dagegen helfen weder Mute-Taste noch die Fernbedienung. Ergo: Gegen so was muss man etwas unternehmen. 

Wenn man eine entsprechende Maske aus einem großen Stück Karton ausschneidet und auf den Bildschirm klebt, dann stört einen diese Werbung schon einmal nicht mehr. Fertig ist der Prototyp des Werbeblockers. Und genau betrachtet: Die Idee ist sogar ausbaufähig: Von der kostengünstigen „DIY-Schablone“ zum Selbstbasteln, aus Wellpappe oder Fotokarton, inklusive Schnittmuster für verschiedene Fernseher-Modelle, über adhäsive, schwarze Folie bis hin zu individuell einstellbaren Masken in hochwertigeren Materialien oder gar der vollautomatischen und chipgesteuerten Vorsatz-Jalousie, die natürlich ihren Preis hat.

Bleibt die Frage, wer so etwas produziert. Aber in China findet sich sicher eine Fabrik, in der das Produkt günstig hergestellt werden kann. Und wenn Sie dann einen Vertrieb aufgebaut haben und es an die Vermarktung geht – erinnern Sie sich bitte, von wem Sie die Idee haben und rufen einfach durch. Wir finden da schon eine Lösung. Sie wissen doch: Man kann so ziemlich jedes Produkt verkaufen. Auch eines, das eigentlich keiner braucht. Sonst wäre unsere Branche ja ziemlich gegenstandslos. Und sofern das Programm es zuließe, würde Fernsehen sogar auch ohne den Werbeblocker Spaß machen.

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