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Samstag, 4. Februar 2012

Studie: Deutsche Unternehmen Schlusslicht bei grüner Kommunikation

Hotwire untersucht Pressemitteilungen und Kaufverhalten in fünf Ländern

Kommunizieren Unternehmen in Europa grüne Botschaften? Und wie ist das Kaufverhalten von Endverbrauchern bei grünen Produkten? Das hat die internationale Technologie-PR-Agentur Hotwire in einer europäischen Studie in fünf Ländern und für fünf Branchen untersucht.

Das Fazit: Bereits 20 Prozent der Pressemitteilungen der führenden Unternehmen in Europa decken diesen Aspekt ab. Die deutschen Konzerne rangieren mit einem Anteil von 7,6 Prozent im Vergleich der fünf untersuchten Länder hinter Frankreich (16,6 Prozent), Spanien (12,8 Prozent), England (11,2 Prozent) und Italien (8 Prozent) auf dem letzten Platz. Bei den Verbrauchern befürwortet die Mehrheit grüne Produkte. So würden über 70 Prozent der Befragten ein grünes Produkt gegenüber einem anderen bevorzugen, wenn beide preisidentisch sind.

Bei der Untersuchung der europäischen Top-Unternehmen variiert der grüne Tenor in den untersuchten Branchen. Die Energiebranche ist hierbei Vorreiter und gilt bei diesem Thema als innovativstes Segment. Energieversorger greifen mit 25,2 Prozent den grünen Aspekt fünfmal stärker auf als der Technologieanbieter mit 6,5 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgen die klassischen Hersteller (9,8 Prozent), vor den Einzelhändlern (7,6 Prozent). Das Schlusslicht bilden in diesem Vergleich die Finanzdienstleister mit 5,3 Prozent.

Hotwire veröffentlicht die Ergebnisse passend zum wachsenden Trend der Unternehmen sich mit dem grünen Thema zu positionieren und als gezielte Marketingstrategie einzusetzen. Heute werden Unternehmen immer wieder dafür kritisiert, das Thema überzustrapazieren, was zu einer rapiden Zunahme an negativen Blog-Kommentaren geführt hat. Gleichzeitig scheint der Technologiesektor den Trend verschlafen zu haben, die ökologischen Vorteile seiner Produkte zu kommunizieren.

Die parallele Befragung von Konsumenten hat ergeben, dass in Westeuropa ein deutliches Interesse an grünen Produkten besteht, wenn der Preis identisch zu „normalen“ Produkten ist. Trotzdem zeigt die Erhebung auch, dass für die Konsumenten der Preis bei der Kaufentscheidung immer noch eine wichtige Rolle spielt. Bei einem höheren Preis fällt die Kaufbereitschaft für ein grünes Produkt mit 5,26 von 10 deutlich schwächer aus. Der Verbraucher schätzt zudem Unternehmen, die sich im Produktionsprozess grün ausrichten und haben ein sehr hohes Interesse (7,12 von 10) Produkte von diesen Firmen zu kaufen.

Die Erhebung von Hotwire umfasst im ersten Teil eine Recherche, wie 25 führende Unternehmen pro Land das grüne Thema in ihren Pressemitteilungen verwenden. Der zweite Teil untersucht bei 500 Verbrauchern in Europa ihre Bereitschaft, sich beim Kauf für ein grünes Produkt zu entscheiden.

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