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Mittwoch, 8. Februar 2012

Viola Falkenberg: "Pressemitteilungen schreiben"

Eine Rezension von Regina Raab (DAPR)

Pressemitteilungen zu schreiben gehört zu den zentralen Tätigkeiten der Pressearbeit. Entsprechend viele Checklisten und Kurzanleitungen dazu bietet das Internet, neben unzählbaren Unterkapiteln in PR-Büchern.

Wer aber ein Buch zu diesem facettenreichen Thema sucht, findet auf dem deutschen Markt gerade mal drei. Wer dann noch eines bevorzugt, das sowohl als Einführung für Praktiker geeignet ist, als auch die Leser ernst nimmt und dabei nicht auf seriöse Quellen verzichtet, der kam an „Pressemitteilungen schreiben“ von Viola Falkenberg schon bisher nicht vorbei.

Da das Buch nun endlich als vollständig überarbeitete Ausgabe vorliegt, bleibt dies auch so. Denn dieses Buch liegt vor allem deshalb „endlich“ vollständig überarbeitet vor, weil sich seit der ersten Auflage im Jahr 2000 in der schriftlichen Pressearbeit vieles geändert hat. In den zwischenzeitlich jeweils aktualisierten Ausgaben wurden zwar viele der neuen Aspekte eingefügt – wie die Aufbereitung von Pressemitteilungen für den E-Mail-Versand. Aber nicht alle wurden so systematisch eingearbeitet, wie es deren Bedeutung entsprach.

Das änderte Falkenberg für diese Ausgabe so gründlich, wie man es von der ersten Auflage an gewohnt war: Sie benennt – erneut sorgfältig und mit aktuellen Quellen belegt – nun beispielsweise auch die Standards für das Einstellen von Pressemitteilungen in Pressebereiche und -portale im Internet und für internationale Pressemitteilungen. Sie nahm Entwicklungen auf, zeichnete zwischenzeitliche Entwicklungen bei den Medien kurz nach und erweiterte den Übungsteil um neue Ansätze. So kann nun an Pressemitteilungen unterschiedlicher Branchen Satz für Satz das journalistische Schreiben geübt werden.

Die erfahrene Journalistin und Dozentin zeigt nicht nur auf, dass die Bedeutung von Fachzeitschriften für die Pressearbeit zunimmt. Sie unterscheidet bei der Frage „Was Medien interessiert“ dann auch nach Anzeigen- und Tageszeitungen, Fachzeitschriften und Fernsehnachrichten. Sie geht auf den Trend zum crossmedialen Arbeiten in den Redaktionen ein und weist auf den zur Boulevardisierung hin. Vielleicht rechtfertig das allein noch nicht den neuen Untertitel des Buches „Die Standards professioneller Pressearbeit“. Legitimiert ist der jedoch dadurch, dass dennoch nichts von dem gestrichen wurde, was das Besondere dieses Buches ausmacht: Die Kriterien journalistischen Schreibens werden prägnant dargelegt, systematisch wird an den Aufbau von Pressetexten, das Entwickeln von pointierten Zitaten und Überschriften herangeführt, Hintergründe von Schreibproblemen werden benannt, Tipps für die interne Recherche gegeben und rechtliche Aspekte benannt.

Dabei hat es dem Buch aus Sicht der Praktiker von Pressearbeit gut getan, dass die Quellenangaben rigoros durchforstet wurden. Überflüssig werden diese allerdings nicht: Zu oft wird, wie Falkenberg zu Recht kritisiert, lediglich behauptet, wie Pressemitteilungen zu schreiben sind. Bei ihr erfährt man, was sich bewährt oder neu entwickelt hat und auch was der Hintergrund manch hartnäckig verbreiteten Irrtums ist: Wieso werden immer noch Pressemitteilungen herausgegeben, in denen die Worte „Herr“ oder „Frau“ stehen? Seit Jahrzehnten heißt es doch landauf landab, die gäbe es in Pressetexten nicht. Ursache ist die Orientierung an englischsprachigen Medien: In Großbritannien sind „Herr“ und „Frau“ üblich, in deutschen Medien dagegen nicht – und in russischen übrigens auch nicht.

Regina Raab, PR-Beraterin (DAPR)

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