"Motiv für die Schaffung eines Ethik-Rates war sicherlich die Empfindung vieler Experten, dass es bestimmte Missstände innerhalb des heimischen PR-Sektors gibt", erklärt Wolfgang R. Langenbucher, Vorsitzender des neuen Selbstkontrollorgans und früherer Vorstand des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien, heute, Freitag, im Rahmen des ersten öffentlichen Auftretens des Österreichischen Ethik-Rates. Ziel des Gremiums werde es daher sein, diese Missstände aufzuzeigen und zu beseitigen.
"Der Ethik-Rat hat nicht nur die Möglichkeit, an ihn herangetragene Beschwerden zu bearbeiten, sondern er kann auch aus Eigeninitiative heraus tätig werden, um strittige Vorgänge und Verhaltensweisen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit zu untersuchen", ergänzt Langenbucher und verweist dabei auf den besonderen Anspruch der Unabhängigkeit des gegründeten Gremiums. Vorbild sei der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR), der sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer enorm wichtigen Institution für die Branche entwickelt habe.
"Ab dem heutigen Tag ist es jedem möglich, mit einer Beschwerde an den Österreichischen PR-Ethik-Rat heranzutreten. Dies kann über unsere Homepage und eine entsprechendes Online-Formular schnell und ohne Kostenaufwand erledigt werden", beschreibt die stellvertretende Vorsitzende des Rates, Renate Skoff, das Prozedere. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerden in schriftlicher Form eingereicht werden. Anonyme Beschwerden könnten leider nicht entgegen genommen werden. "Bei schwerwiegenden Fehlverhalten wird eine Rüge erteilt oder - bei minderstarken Vergehen - eine Mahnung ausgesprochen. Entscheidend dabei ist, dass im Fall einer Rüge die Entscheidungen auch publiziert werden", fasst Skoff das weitere Vorgehen zusammen. Grundlage für die Entscheidungsfindung des PR-Ethik-Rates sind die allgemein anerkannten Ehrenkodizes der PR-Branche, die Verhaltensregeln der heimischen Berufsverbände und die geltenden Gesetze.
Als Trägerverein des neuen Gremiums fungiert der Verein Österreichischer Ethik-Rat für Public Relations mit Sitz in Wien. Zu seinen Aufgaben gehören die Wahl des Vorsitzenden und der Mitglieder des Rates, die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel und der Infrastruktur. Mitglieder des Vereins sind die Organisationen Public Relations Verband Austria (PRVA), Verband für integrierte Kommunikation (ViKOM) und PR Quality Austria (PRQA).
Mehr Informationen unter: http://www.prethikrat.at
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