Demnach geben 62 Prozent der befragten Entscheider an, dass sie weniger Vertrauen in Wirtschaftsunternehmen als ein Jahr zuvor haben. In den USA sinkt das Vertrauen in die Wirtschaft um 20 Prozentpunkte auf das europäische Niveau ab. Die Ausnahme bilden Schwellenländer sowie vereinzelt Staaten mit traditionell starker Regierungsbeteiligung in der Wirtschaft.
Die Ergebnisse der Umfrage belegen, wie sehr die globale Finanz- und Wirtschaftskrise auch in Deutschland zu einer Vertrauenskrise führt. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten bestätigten, dass sie vor dem Hintergrund der Ereignisse weniger Vertrauen in die Wirtschaft haben als noch im Vorjahr. Weltweit und auch in Deutschland ist der Bankensektor besonders betroffen: Weltweit sank das Vertrauen von 56 auf 45 Prozent. In Deutschland halbierte es sich sogar fast gegenüber dem Vorjahr auf 23 Prozent (2007: 42 Prozent). Erhebliche Vertrauens-
einbußen mussten auch Unternehmen aus der Energiebranche hinnehmen (21 Prozent, Vorjahr: 33 Prozent).
Der massive globale Vertrauensverlust in die Wirtschaft wird auch nicht ausgeglichen durch
Vertrauenszuwachs in andere Institutionen. Das Vertrauen in Regierungen stagniert weltweit (44 Prozent gegenüber 43 Prozent im Vorjahr). In Deutschland steigt das Vertrauen von 27 Prozent im Vorjahr auf 35 Prozent. Dieser Wert liegt allerdings im globalen Vergleich immer noch unter dem Durchschnitt.
Rund zwei Drittel der Befragten sehen vor allem die Regierungen in der Pflicht, die derzeitige
Krise zu überwinden. Insbesondere bei der Finanzkrise sehen 44 Prozent die Lösung bei der Regierung und nur 22 Prozent bei den Banken selbst. Die Forderungen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Überwindung der Wirtschaftskrise, sondern erstrecken sich auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens wie Energiekosten oder den Klimawandel.
Online-Medien stabil auf hohem Niveau, klassische Medien weiterhin glaubwürdig
Die klassischen Medien haben in Deutschland noch – anders als global – eine Vorrangstellung, wenn es um Glaubwürdigkeit von Informationen über Unternehmen geht. Den Spitzenwert erzielen Wirtschaftsmedien (69 Prozent), gefolgt von Fernsehen und Radio (61 bzw. 54 Prozent). Eine Schlüsselrolle als glaubwürdige Informationsquelle spielen auch Mitarbeiter (46 Prozent). Stabil auf hohem Niveau bleiben unabhängige Online-Informationsquellen wie Wikipedia mit 41 Prozent.
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