Ressorts:

Dienstag, 7. Februar 2012

Agrarjournalist kritisiert Pressestelle des Landwirtschaftsministeriums

Da lässt jemand Dampf ab: Der Ehrenvorsitzende des Verbandes deutscher Agrarjournalisten (VdaJ) Hans Heinrich Matthiesen übt in einem Kommentar auf agrarheute.com, einem Portal des Deutschen Landwirtschaftsverlages, heftige Kritik an der Arbeit der Pressearbeit und Kommunikation des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). prportal.de hat bei der Pressestelle des Ministeriums nachgefragt.

Dabei schreibe er nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern er habe auch zahlreiche Meinungen von Kollegen eingeholt, so Matthiesen. Seine Hauptkritikpunkte: Die Zuständigkeiten seien nicht transparent, die zuständigen Pressevertreter in der Regel nicht zu erreichen, auf E-Mails werde nicht geantwortet und persönliche Nachfragen oder Rückrufwünsche würden ignoriert.

Seit Horst Seehofer Landwirtschaftsminister war, würden die Fachjournalisten offensichtlich eine "untergeordnete Rolle" spielen, kommentiert Matthiesen weiter. Er vermisst seitdem Hintergrundgespräche, das Zugehen der Bundesminister auf die Agrarjournalisten und dass diese sich Zeit nehmen für Gespräche, Diskussionen und Interviews: "Wenn es denn so ist, dass die Journalisten aus dem Tagesgeschehen von Rundfunk, Fernsehen, Tageszeitungen, Magazinen und Nachrichtenagenturen und anderen Periodika interessanter sind als Fachmedien und Fachjournalistinnen und Fachjournalisten, dann kann das nur damit zusammenhängen, dass man die Ansprüche nicht erkennt, erkennen will oder vor ihnen zu großen Respekt hat. Letzteres wäre gut."

prportal.de bat die Pressestelle des BMLEV um eine Stellungnahme und erfuhr - umgehend - von Pressestellen-Referentin Judith Kons, dass man mit Hans Heinrich Matthiesen gesprochen und dabei unter anderem auch den im Kommentar beschriebenen konkreten Fall der Nicht-Erreichbarkeit geklärt habe: "Wir haben die entsprechenden Schlüsse für die weitere Arbeit gezogen." Ob sich dadurch nun für die Zusammenarbeit zwischen der Pressestelle und Fachjournalisten wie Hans Heinrich Matthiesen etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Den vollständigen Kommentar von Hans Heinrich Matthiesen finden Sie hier:
http://www.agrarheute.com/politik_und_wirtschaft

Diskussion

Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Zum Login.