Seine Ansprache wäre am besten strukturiert, gut formuliert und angemessen mit Bildern und einprägsamen Sätzen versehen, teilten die Redenschreiber mit. „Außerdem war seine Argumentation nachvollziehbar und nicht zu datenlastig“, betont VRdS-Vorstandsmitglied Dr. Vazrik Bazil, der die Beobachtung der Wahlkampfreden leitet. Allerdings sieht er auch bei Guido Westerwelle Verbesserungsbedarf: „Er hat zu lange und zu laut gesprochen.“
Auf Platz zwei wählten die Redenschreiber den SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, dessen Rede ebenfalls gut vorbereitet gewesen sei. Bemängelt wurde allerdings der Widerspruch zwischen seiner ruhigen Körpersprache und dem aggressiv-kämpferischen Ton seiner Rede.
Jürgen Trittin, Spitzenkandidat bei Bündnis 90 / Die Grünen, kam im Gesamturteil der Experten auf den dritten Platz. Gregor Gysi von der Partei Die Linke fiel wegen der humorvollsten aller Reden auf.
Bewertet wurden Aufbau und Struktur der Rede, Sprache (verständlich, korrekt, adressatenbezogen), Stil (angemessen, richtige Bilder, wenig Phrasen) und Argumentation (logisch nachvollziehbar, vernünftig), aber auch Kriterien wie Körpersprache, Stimme, Glaubwürdigkeit und Inszenierung (Bühnenbild, Ablauf der Veranstaltung).
„Struktur und Ablauf einer Veranstaltung, in der die Rede gehalten wird, beeinflussen stark ihre Wirkung“, so Vazrik Bazil. In die Bewertung sind außerdem Meinungen der Parteitags-Delegierten eingeflossen, die vom Expertenteam stichprobenweise befragt wurden. Nach dieser ersten Phase, in der der Verband die Wahlparteitagsreden beobachtet hat, werden in der zweiten Phase die Reden der Kandidaten auf Wahlkundgebungen bundesweit bewertet. Die Ergebnisse dieser Auswertung werden bei einem Pressegespräch Anfang September in Berlin vorgestellt.
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