So hat Mathias Döpfner, Chef des Axel-Springer-Verlages, im Zuge des Geschäftsberichts für das erste Halbjahr 2009 wissen lassen, dass die kostenlosen Inhalte der hauseigenen Publikationen schrittweise zurückgedreht werden sollen. Unterstützung bei der Umstellung auf ein sogenanntes "Paid Content"-Modell erhält Döpfner dabei vom Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe Bodo Hombach. Dieser sieht darin sogar die "wichtigste medienpolitische Initiative seit Jahrzehnten" und wünscht sich, "dass die Verbände die Diskussion darüber, wie Qualitätsjournalismus auch im Online-Bereich refinanziert und damit erhalten werden kann, aufgreifen".
Holger Kansky, Multimedia-Referent beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), erklärte dazu im Gespräch mit pressetext: "Ich glaube nicht, dass die Einführung einer Kostenpflicht die alleinige Lösung für die Refinanzierung der Online-Inhalte darstellen wird. Das Bezahlkonzept muss viel eher als eine sinnvolle Ergänzung zur Werbefinanzierung gesehen werden." Anders als bei der mobilen Webnutzung seien die Menschen im stationären Internet zudem an kostenlose Zugänge gewohnt. Eine Umstellung sei daher schwer umsetzbar.
Wer sich hier für die Kostenpflicht entscheide müsse das Riskio in Kauf nehmen, dass die eigene Leserschaft zu anderen Gratis-Angeboten im Netz abwandert. "Das Bezahlkonzept kann nur mit neuem, exklusivem Material funktionieren, das dem Leser zusätzlich angeboten wird und ihm einen gewissen Mehrwert bietet", ist Kansky überzeugt. Dass die Umstellung möglichst behutsam und Schritt für Schritt erfolgen sollte, sei ohnehin klar. "Ich gehe davon aus, dass spätestens im nächsten Jahr Zeitungsverlage mit Bezahlinhalten im Web starten werden", so Kansyk abschließend.
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