Die Beanstandungen durch den Werberat haben sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Drittel von 30 auf 39 erhöht. Die Zahl der letztendlich ausgesprochenen Rügen stieg von drei im Vergleichszeitraum 2008 auf fünf im ersten Halbjahr 2009.
Als Ursache der Zunahme an sogenannter Schmuddelwerbung sieht der Werberat den gestiegenen Leistungsdruck auf den Märkten an. Insbesondere kleinere Unternehmen würden derzeit damit auffallen, ihre Werbung möglichst nur an der Produktion von Aufmerksamkeit auszurichten. Aufsehen allein könne jedoch selten Ansehen für Marken schaffen und wecke auch nur wenig Sympathien für die jeweils angebotenen Waren und Dienstleistungen. So kehren laut Werberat zu aggressive Kampagnen häufig als negativer Bumerang zurück, der die Kundenbeziehungen stören und auch völlig zerstören kann.
Rügen seitens des Werberats gab es in Fällen, in denen mit Gewalt, mit demütigender und frauenverachtender Propaganda sowie grundlegend sexistisch geworben wurde. So wurde etwa ein Unternehmen gemahnt, weil es für einen Laptop mit einem blutbespritzten boxenden Mann mit blutgetränkten bandagierten Fäusten und der Überschrift "Unschlagbar" geworben hatte und laut Werberat zunächst nicht einsehen wollte, weshalb dies für einen Laptop unpassend sei.
Nicht jeder Protest aus der Bevölkerung muss jedoch automatisch eine Grenzüberschreitung darstellen. So erteilte der Werberat im ersten Halbjahr 2008 im Fall von 108 Kampagnen einen Freispruch. Gängige Abbildungen von Models in Dessous auf Flächen von Straßenbahnen etwa qualifizierte der Werberat nicht als "anstößig, aufreizend und Frauen diskriminierend",
Diskussion
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Zum Login.