Konstantin Neven DuMont, Chef der Mediengruppe DuMont, plädierte auf eine enge Verzahnung der verschiedenen Redaktionen innerhalb eines Verlages, um vorhandene Synergien zu nutzen. Gleichzeitig räumte er aber ein, dass es dabei durchaus zu Widerständen unter den Redakteuren kommen könne. "Ich kann nicht verstehen, dass man sich dagegen wehrt, dass die Spitzenschreiber anderer Blätter auch im eigenen Blatt erscheinen", so der Verlagschef, zu dessen Haus Blätter wie der Kölner Stadt-Anzeiger, die Frankfurter Rundschau, die Berliner Zeitung und weitere Angebote gehören.
Dass die Branche sich in einer strukturellen Krise befindet, unterstrich auch Dr. Rainer Esser, Verlagsgeschäftsführer von Zeit und Zeit online: "Das statische Geschäft, von dem die Zeitungen so wunderbar die letzten 30 bis 40 Jahre profitiert haben, ist vorbei. Wir werden auf andere Weise Geld verdienen müssen." Der Hamburger Verleger wies darauf hin, dass es heute und in Zukunft eine der größten Herausforderungen für Medienmacher sei, die kreativsten Köpfe für das eigene Haus zu gewinnen. "Überall wird auch bei uns gespart. Aber nicht bei denen, die kreativ sind. Alles andere wäre tödlich."
Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer betonte, wie groß die Herausforderung ist, die das Internet heute für klassische Informationsangebote darstellt. "Das Internet zwingt die Qualitätsmedien, wirklich darüber nachzudenken, was ihre exklusiven Geschichten sind. Das Austauschbare und Gleiche wird auf jeden Fall zu den Verlierern dieser Medienkrise gehören. Ist eine Marke erst einmal beschädigt, gibt es keinen Weg zurück."
Dass mobile Lösungen eine Erfolg versprechende Strategie für Verlage sein können, meinte auch dpa-Chefredakteur Dr. Wilm Herlyn. "Mobil ist eine von vielen Medienarten, die wir aus unserem Urstoff generieren und weitergeben. Aber Mobil hat nicht die Umsatzkraft einer gedruckten Zeitung. Mobil ist wie ein Beiboot, dass das Mutterschiff unterstützt."
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