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Samstag, 20. März 2010

Auch Allendorf Media kassiert Rüge vom PR-Rat

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) schließt den Fall der verdeckten PR für die Deutsche Bahn mit einer öffentliche Rüge gegen die Agentur Allendorf Media AG, jetzt Allendorf Media GmbH, ab.

Das erklärt der Rat in einer Pressemitteilung. Als Subunternehmer der EPPA GmbH wurde Allendorf Media vorgeworfen, die verdeckte Kommunikation für die Bahn 2007 mit durchgeführt zu haben. Die Verantwortlichen bei der Bahn hatten im Mai 2009 zugegeben, so genannte "No-badge"-Aktivitäten in Auftrag gegeben zu haben. Diese sollten die Öffentlichkeitsarbeit für die Privatisierungspläne des Unternehmens stützen, ohne den Auftraggeber der Kommunikation zu nennen (prportal.de berichtete). Das Auftragsvolumen belief sich auf insgesamt 1,65 Millionen Euro.

Die Deutsche Bahn AG, EPPA GmbH und Berlinpolis GmbH sowie der Think Tank Berlinpolis e.V. wurden im gleichen Fall bereits öffentlich gerügt. In seinem aktuellen Ratsspruch verweist der DRPR auf bahnfreundliche Beiträge vermeintlicher Bürger, die Allendorf Media in Foren großer deutscher Online-Medien platziert hat. Teilweise sollen rund ein Viertel der Beiträge in den Themenforen nicht echt gewesen sein. Zudem erstellte und verbreitete Allendorf Media vorproduzierte Medienbeiträge zum Thema Bahn, die unter anderem über die angeblich neutrale Plattform zukunftmobil.de des Think Tanks Berlinpolis veröffentlicht wurden – ohne Nennung des Auftraggebers. Bahnfreundliche Medienbeiträge von Personen des öffentlichen Lebens, die Klienten der Tochterfirma Allendorf Riehl GmbH waren, wurden als verdeckte PR-Maßnahmen
bei der Deutschen Bahn abgerechnet. Ob die Moderatoren Barbara Eligmann und Hans Meiser davon wussten, bleibt unklar.

Jede dieser Aktivitäten stelle einen Verstoß gegen verschiedene Kodizes der Branche dar, insbesondere gegen das Transparenzgebot des DRPR zur Kontaktpflege im öffentlichen Raum, so der Rat. Offen bleibe, ob Geschäftsführerin Gaby Allendorf dem Geschäftsmodell der
verdeckten PR entsagt hat. Sie habe an der Aufklärung des Falls nicht mitgewirkt.

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