Angesichts konvergenter Entwicklung in den Medien entwickelte sich unter dem Motto "Einspruch!" eine breite Diskussion um Programmqualität und Struktur von Aufsicht und Selbstregulierung. In seinem Eingangsstatement hob Prof. Dr. Dieter Dörr, Direktor des Mainzer Medieninstituts, die demokratische Aufgabe – insbesondere auch des privaten Rundfunks – sowie dessen kulturellen Auftrag hervor. Eine funktionierende Demokratie setze umfassende Information der Bürger voraus. Medien seien in diesem System unabdingbar, ohne sie sei Demokratie nicht möglich. Instanzen der Aufsicht und der Selbstkontrolle seien in diesem Zusammenhang zwingend auch auf die Mitwirkung der Mediennutzer angewiesen.
Um diese Mitwirkung zu erleichtern sei das Instrument des Bürgerportals programmbeschwerde.de erschaffen worden, erläuterte Dr. Gerd Bauer, Direktor der Landesmedienanstalt des Saarlandes (LMS), dessen Entstehungsgeschichte. Angesichts der Komplexität der Medienaufsicht habe das Portal eine Servicefunktion und diene daneben der Information des Publikums über Organisation der Aufsicht und rechtliche Fragen.
Mit Blick auf die neue Zuständigkeit der Presserats im Internet betonte Lutz Tillmanns, Geschäftsführer Deutscher Presserat, dass sich der Rat auch weiterhin auf den journalistisch-redaktionellen Bereich konzentrieren wird. Sowohl für den Printbereich als auch für die Online-Medien plädierte er für die Selbstregulierung als optimales Instrument zur Gewährleistung journalistischer Qualität. Eine neue Herausforderung stelle hierbei zum Beispiel die Beurteilung von Bewegtbildern dar.
Aus der Programmpraxis berichtete Dieter Czaja, Jugendschutzbeauftragter bei RTL, über die wichtige Funktion der Zuschauerredaktion bei RTL als Mittel der Rückkopplung mit dem Publikum. Nicht nur für die einzelnen Sender sei es wichtig, die Zuschauer ernst zu nehmen, auch deren Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) habe die Aufgabe - insbesondere im Bereich des Jugendschutzes - Beschwerden entgegen zu nehmen und zu bearbeiten.
Einspruch - Die Funktion der Beschwerde in Presse und Rundfunk
Fachdiskussion von Landesmedienanstalt Saarland und Presserat
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