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Dienstag, 7. Februar 2012

Mal schnell zwischengeschoben … - von Florian Ries

Absurditäten. Die Welt ist voll davon. Die Werbung sogar noch mehr. Es ist immer wieder erstaunlich, an was für einen Schwachsinn man sich gewöhnt hat und wie unfreiwillig komisch Werbespots manchmal sind. Nehmen Sie nur mal das Wort "Testflüssigkeit". Kaum ein Spot für Hygieneartikel kommt ohne aus.

Gestern freute ich mich noch über die Einführung des Festplattenrekorders – und die damit verbundene Möglichkeit, zeitversetzt Fernzusehen und bei Werbeblöcken einfach vorzuspulen. Versprach es doch endlich die Befreiung von derlei geistiger Unterforderung. Doch es ist wie in der Natur. Sobald man bessere Mausefallen baut, antwortet sie mit klügeren Mäusen – oder so ähnlich. Jedenfalls ist man bei den Fernsehsendern immer mehr dazu übergegangen, die Werbung mal eben zwischenzuschieben. Kurz vor Ende einer Serie kommt das obligatorische "In 30 Sekunden geht’s weiter mit …". Es folgt ein Spot, dessen Schaltkosten ich lieber nicht wissen will, danach eine schlappe Pointe und ein abgeschnittener Abspann. So schnell können Sie mir der Fernbedienung gar nicht mehr reagieren – außerdem ist da kaum was zum Vorspulen...
Ebenso nervig finde ich inzwischen den Satz: "XY wird Ihnen präsentiert von…". Das beste daran ist noch, dass er so schön Aufschluss gibt, für welche Altersklasse eine Sendung produziert wurde. Wenn einem also eine Sendung, die man aus freien Stücken und mit Wonne gesehen hat, im Anschluss von einer Hornhautsalbe oder Gelenkkapseln präsentiert wurde, dann ist es wohl Zeit, sein Testament aufzusetzen und eine Grabstätte auszusuchen. Nur für den Fall, denn ab jetzt ist alles möglich.
"XY wird Ihnen präsentiert von" nervt mich ganz besonders, weil es inzwischen nicht mehr ausschließlich vor oder nach der betreffenden Sendung angestimmt wird. Nein, dieses Mantra ist heutzutage an jeden Trailer gekoppelt. Was erklärt, warum manche Sendung bereits vier Wochen vor dem großen TV-Ereignis mehrmals im Abendprogramm beworben wird – jedes Mal klingelt die Kasse.
Und dann ist da noch mein dritter Favorit der Werbequickys. Die Bauchbindenvorankündigung. Da liegt der Held melodramatisch in den Armen der Liebsten sterbend dahingerafft und tut seine letzten Seufzer. Und unten läuft gleichzeitig irgendein Comedian durchs Bild, winkt bescheuert und erinnert einen daran, dass kommende Woche eine Witzsendung ansteht. Klasse.
Tja, gegen solche Sachen hilft einem leider der beste Festplattenrekorder nicht. Zu doof. Also doch lieber in die Videothek und die DVD ausgeliehen. Ganz ohne Werbung, ganz ohne Vorspulen. Mann gönnt sich ja sonst nix.

Florian Ries

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