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Dienstag, 7. September 2010

Kolumne

Sorry, wrong number - von Florian Ries

Neulich war ich mal wieder mit Frank im Froschkönig – Sie wissen schon: Mein Kumpel, der sich als PR-Spezialist in einer PC-Firma seine Brötchen verdient. Immerhin, seit er kein Redakteur im Fachverlag mehr ist, der unter schlechten Pressetexten leidet, ist er uns PR-Leuten gegenüber wesentlich toleranter geworden. Die Abende am Tresen sind seither viel gemütlicher.

Politik im Fernsehen: Tierisch was los - von Florian Ries

PR und Politik, das ist wie Pech und Schwefel. Nicht umsonst hat die heutige Rede- und Überzeugungskunst ihre Wurzeln dort, wo unsere Demokratie herrührt. Auch, wenn den alten Griechen Großflächenwerbung und 30-Sekünder höchst fremd waren: Marktschreierisches Anpreisen der eigenen Vorzüge war hier schon gang und gäbe. Ob die Griechen sich von schönen Worten haben einlullen lassen, ob sie nach Vertrauen gingen oder einfach der Nase Redners – wir wissen es nicht.

Zapping to Zero - von Florian Ries

Mit einer weltweiten Aktionswoche wollten TV-Gegner dem Fernsehen in der Öffentlichkeit Feuer unterm Hintern machen. Denn das finden sie einfach lästig. "Weißer Punkt", so heißt die Aktionsgruppe. Aus London meldete sie sich Anfang vergangener Woche zu Wort. Ihr Vorhaben: Partisanengleich sollten ihre Mitglieder in Etablissements auftauchen, in denen ein mal mehr und mal weniger beachteter Fernseher vor sich hin dudelt. Shopping-Meilen, Kneipenbesitzer, Restaurantpächter und Fast-Food-Ketten sahen rot.

Locker vom Hocker - von Florian Ries

Umwerfendes hört man dieser Tage aus Hamburg. Die Sprecher und Moderatoren der Tagesschau und der Tagesthemen – also die Menschen, die man bislang nur vom Bauchnabel aufwärts kennt – verlesen uns die Nachrichten des Tages bald stehend. Durch die neue Körperhaltung sollen sie „präsenter“ wirken.

Über Frauen in der Werbung - von Florian Ries

Frauen fühlen sich von der Werbung nicht ernst genommen. Jedenfalls kommt eine aktuelle Studie zu diesem Schluss. Die befragte Top-Entscheiderinnen, also einen repräsentativen Querschnitt der Frau an sich, fernab von Tante Tilly, Clementine und Mama Miracoli.

Rappen macht nicht doof. Aber dick? - von Florian Ries

Nichts ist mehr, wie es war. Früher war Rap-Musik etwas für Unterprivilegierte aus den Ghettos der amerikanischen Großstädte. Ein Protest gegen die Vorherrschaft der Weißen und eine Solidaritätsbekundung mit den Hometown-Kumpels im Knast.

Don’t cross the deadline … - von Florian Ries

Ich liebe die englische Sprache. Ernsthaft. Besonders das British English. Das American English ist mir manchmal zu martialisch, klingt zu sehr nach Stetson, Colt und Smith & Wesson. In unserer Branche kommt man ohne Englischkenntnisse ja sowieso kaum aus. Das fängt mit "Account Manager" an, schleppt sich am "Briefing" und dem "Freelancer" vorbei und kommt über die Zwischenstationen "Job-Nummer" und "Meeting" schließlich bei der "Roadmap" und dem "Senior-Consultant" an. Alles Begriffe, die durchaus Sinn machen. Denn sie passen einigermaßen zu dem, was sie bezeichnen sollen.

Ein Wort aber ist mir immer ein Dorn im Auge gewesen: Deadline. Wer ist da bitteschön tot? Die Linie? Dabei ist die Vokabel, möchte ich behaupten, einer der beliebtesten Anglizismen überhaupt in PR und Marketing. Alle reden davon, keiner weiß, warum.

Die Hausaufgaben eines Texters - von Florian Ries

Es gibt Tage, da hasse ich meinen Job. Ganz ehrlich. Gestern war so einer. Ich fuhr von einem Osterbesuch nach Hause. Über das Wochenende hatte ich noch einen Job angenommen, deswegen nahm ich die Bahn. Ich saß also im Intercity und hatte den Laptop auf dem Schoß, haute in die Tasten, als stünde der Leibhaftige hinter mir und würde Anschläge zählen.

Von Klingonen, Grafikern und Textern - von Florian Ries

Kennen Sie das? Eigentlich haben Sie ein ganz einfaches Anliegen. Wollen vielleicht einen neuen PC kaufen. Dann geht der Spaß los: Welcher Chipsatz, welche Festplatte, welche Schnittstellen – schon hängen Sie stammelnd an den Lippen des Verkäufers. Mit jedem Wort aus seinem Munde spüren Sie, dass Sie eigentlich ein Nichts sind und dankbar sein dürfen, wenn er Ihnen überhaupt etwas verkauft. Oder Sie fahren Ihr Auto in die Werkstatt, um das Öl wechseln zu lassen. Hinterher sind Sie froh, dass die Karre nicht auch noch neu lackiert wurde. Widersprechen Sie, überzeugt man Sie wortgewandt, dass Sie bei der Sache eigentlich ja noch billig wegkommen.

Brauchen Sie ein Maskottchen? - von Florian Ries

Ich werde Maskottchenmakler und gründe eine Maskottchenagentur. Von der Vermittlung des passenden Tieres über Eigenkreationen virtueller Wappentiere bis hin zur Anwerbung von studentischen Aushilfen, die sich in unbelüfteten Kostümen auf Jahrmärkten tummeln und Kindern Luftballons in die Hand drücken. Auch die Verhandlungen mit Lizenznehmern und örtlichen Tierschutzverbänden sind im Service enthalten.

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