Seit einiger Zeit erfreut mich meine Tageszeitung mit einer Form der Werbung, die sie wohl kürzlich für sich entdeckt hat und zu meinem Leidwesen anscheinend mit großem Erfolg vermarktet. Die Erfindung lautet: Klebepunkt. Und sie hat im wahrsten Sinne des Wortes einen reißerischen Effekt.
Da sehe ich neulich einen Spot im Fernsehen. Ein Baumarkt will was verkaufen. Zwei Männer der Schöpfung bauen eine Gartenhütte. Und wieder einmal bewahrheitet sich: Die richtig gute Baumarktwerbung muss erst noch erfunden werden.
Absurditäten. Die Welt ist voll davon. Die Werbung sogar noch mehr. Es ist immer wieder erstaunlich, an was für einen Schwachsinn man sich gewöhnt hat und wie unfreiwillig komisch Werbespots manchmal sind. Nehmen Sie nur mal das Wort "Testflüssigkeit". Kaum ein Spot für Hygieneartikel kommt ohne aus.
Immer wieder zur Messezeit klingeln in Messestädten die Kassen; Handel, Gastronomie und Touristikbranche frohlocken. Und das nicht zu knapp. Auch die Werbeflächenvermarkter profitieren, denn die wichtigsten Branchenführer kloppen sich um die Großflächen, von denen es auf einmal viel zu wenige gibt. Im ÖPNV gibt es sogar Wegeinformationen und an Haltestellen Durchsagen. Der normale Bahnfahrer zeigt sich erstaunt: Aus den Lautsprechern kommt tatsächlich was raus? Ach ja, und dann gibt es noch das Schmuddelmilieu und seine Werbung am Straßenrand.
Wussten Sies schon? Gerade ist Gröplatz-Zeit. Gröplatz steht für "Größte Plakataktion aller Zeiten". Denn Toyota lässt sich die Markteinführung des neuen Golf-Konkurrenten Auris richtig was kosten. Und fährt auf vier Rädern und jeder Menge Großflächen mächtig was auf. So richtig was fürs Auge.
Werbetreibende gelten als kreativ. Ihr Produkt aber nicht immer als ehrlich. PR-Leute gelten ebenso als Meister im Wahrheitsverdrehen. Ich kenne einige Kollegen, die das ärgert. Aber man muss sich nicht drüber wundern, wenn man sich ansieht, welche Namen sich unsere Branche für ihre eigene Arbeit einfallen lässt.
Ein deutscher Automobilhersteller hat in Amerika einen Werbespot zurückgezogen. Darin konnte ein vermeintlicher Selbstmörder in letzter Sekunde gestoppt werden: Dank der Verheißung neuer Modelle, die endlich erhältlich seien.
Wunder gibt es immer wieder ... ist das nicht toll? Vor wenigen Wochen noch ärgere ich mich über die Süßwarenindustrie und die allzu dreiste Kopplung von Sport als Imageprodukten und Zuckerprodukten als Fitmacher. Und jetzt hat ein führender Hersteller von Süßwaren angekündigt, keine Werbung mehr für Kleinkinder zu machen. Das freut.
Wer auf das Pferd mit den geringsten Siegchancen setzt, der wird für seine Risikofreudigkeit bei Sieg mit den höchsten Gewinnen belohnt. Das gilt nicht nur auf der Rennbahn, sondern auch im Handball.
So einfach diese Aufforderung ist, umso schwerer ist es ja bekanntlich, ihr nachzukommen. Wenn man nicht gerade im Lotto gewinnt. Oder mit dem goldenen Suppenlöffel im Mund geboren wird. In dem Falle natürlich vorausgesetzt, man macht was aus seiner exponierten, gesellschaftlichen Stellung kriegt man echt tolle Angebote.