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Dienstag, 7. Februar 2012

Kolumne

Die Ich-AG macht mobil - von Florian Ries

Ich habe gehört, dass eine Flut von Ich-AGs im PR-Sektor den etablierten Agenturen Bauchschmerzen bereitet. Weil sich viele Agenturen in den vergangenen Jahren „gesund geschrumpft“ haben – ohne dass sich dies auf die üblichen Honorarsätze ausgewirkt hätte, bloß, dass die gleiche Arbeit jetzt mit weniger Leuten erledigt wird – seien viele Berater zumindest erwerbsmäßig heimatlos geworden. Und viele davon wiederum dachten sich wohl: Was mein Chef kann, kann ich schon lange.

Vermisstenanzeige - von Florian Ries

Hat jemand das Sommerloch gesehen? Ich setze eine Belohnung aus. Höhe Verhandlungssache. Früher, da konnte man sich ein wenig zurücklehnen, wenn die letzten Jobs vor Urlaubsantritt der Kunden abgearbeitet waren. Denn im Gegensatz zu den meisten Agenturmitarbeitern leisten die sich ja Kinder – und müssen in den Schulferien Autobahnen und Flughäfen verstopfen.

Liebe Litfaßsäule, - von Florian Ries

entschuldige, dass ich erst so spät gratuliere – ich bin leider der größte Geburtstagsvergesser der Welt. Und zu allem Überfluss kam mir letzte Woche die Angela dazwischen. Da habe ich Dich vergessen.

Ché reloaded - von Florian Ries

Jetzt ist es amtlich: Der Bundespräsident hat das Parlament aufgelöst, der Wahlkampf ist endlich auch offiziell eröffnet. Das unterscheidet ihn vom Sommerschlussverkauf. Weil, offiziell gibt’s den ja gar nicht mehr, aber trotzdem werben alle umso vehementer damit. Zurück zu Politik: Weil der Bundespräsident mit seiner Rede eigentlich keinen mehr überrascht hat und auch niemand ernsthaft damit rechnet, dass das Verfassungsgericht noch den Stöpsel zieht, geht es jetzt so richtig los. Spannend ist die Frage, wie die Politstrategen ihre Botschaften unters Volk bringen wollen.

Auf den Leib geschneidert - von Florian Ries

Es gibt eine Vokabel, die erfreut sich in der PR-Sprache inzwischen recht großer Beliebtheit. Nicht zu Unrecht, wie ich denke: Maßgeschneidert. Eng verwandt mit dem Wort sind diverse Derivate: passgenau etwa. Oder – auch gern genommen – individuell. Noch besser, weil es so schön modern klingt: customised.

Der Werber als Rhetor - von Florian Ries

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam! Das ist – Sie wissen es schon längst – lateinisch. Und bedeutet: "Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss!" Tja, so hat man früher im alten Rom die Massen mobilisiert. Ein simpler AcI (Akkusativ mit Infinitiv), gepaart mit der Schlagkraft einer dreifachen Alliteration. Wow.

Über gute Agenturen - von Florian Ries

Neulich hat mich ein Freund gefragt, woran er eigentlich erkennt, was eine gute Agentur ist. Das hat mich erstmal umgehauen, denn darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. "Wie jetzt? Als Mitarbeiter? Oder als Kunde?" "Na, so allgemein."

Kinder raus! - von Florian Ries

Frank meint, man sollte die Tabakwerbung verbieten. Sowas meint er immer, wenn ich mit ihm im Froschkönig sitze und meine Zigaretten auspacke. "Hast Du immer noch nicht aufgehört? Du, da gibt es inzwischen ganz tolle Methoden!", hat er früher immer gesagt. Und weil das alles bis heute nicht gefruchtet hat, ist jetzt halt die Werbung schuld. Das meinen Politiker auch, deswegen gibt es ja nur noch Schachteln mit mitgeliefertem Trauerflor.

Egal. Wegen der Werbung rauche ich sowieso nicht. Also wozu verbieten? "Die Kinder greifen viel früher zum Glimmstengel als früher", sagt Frank. "Glimmstengel" – wer benutzt heute noch solche Worte?

Vorsicht: Superlative schaden der Gesundheit! - von Florian Ries

Ein Freund von mir – den Namen kann ich aus Diskretion hier natürlich nicht nennen – hat ein Problem. Er kann keine Superlative mehr sehen, geschweige denn schreiben. Das ist schlecht, denn er ist Texter in einer Agentur. Er war schon beim Logopäden und bei diversen Psychologen, aber keiner konnte ihm bislang helfen.

Gutes Placement, böses Placement - von Florian Ries

Der Antichrist geht um im deutschen Fernsehen. Auf Zehenspitzen pirscht er sich an den ungeschützten Verbraucher heran und flüstert ihm unanständige Sachen ins Ohr. „Kaufen, kaufen ….“. Nein, gemeint ist nicht die gähnende Langeweile der Nachrichten von der Börse. Wir reden heute über Schleichwerbung.

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